Die Anreise und der Start ins Ungewisse
Am 6.01.2022 stürzten wir uns in unser Abenteuer. Es ging mit dem Flugzeug nach Costa Rica. Eigentlich wollten wir am 5.01.22 starten, jedoch begann unsere Weltreise schon mit der Stornierung unseres Fluges. Wir ließen uns davon nicht aus der Ruhe bringen und genossen den zusätzlichen Tag in Deutschland.
Ziemlich früh gegen 7.00 Uhr fuhren wir zum Flughafen. Von dort aus sollte es über Paris nach Costa Rica gehen. Die Gepäckabgabe dauerte ziemlich lange, da viele Leute ihre Dokumente für die Einreise nicht vollständig hatten. Wir standen dort mit ziemlich gemischten Gefühlen. Es kam uns total surreal vor. Knapp 2 Jahre der Vorbereitung und des Träumens sind vorbei. Zack auf einmal standen wir hier. Ich kann euch gar nicht sagen, was wir Gefühls technisch die letzten Wochen vor der Abreise durchgemacht haben. Du lernst dich ein großes Stück weit neu kennen.
Im Flieger haben wir beide einige Tränen vergossen, es war ein Gefühl zwischen Freude und Angst. Angst davor dem Ganzen nicht gewachsen zu sein.
Die Reise und der Flug waren ziemlich anstrengend und wir kamen letztlich nachts um 00.00 Uhr in unsere Unterkunft direkt am Flughafen an. In der Zwischenzeit war in Deutschland schon wieder Morgen und wir hatten seit über 20 Stunden kein Tageslicht mehr gesehen, da wir in die Nacht geflogen sind. Dies drückte zusätzlich ziemlich auf unsere Stimmung.
Nach knapp 5 Stunden Schlaf, wachten wir morgens auf und waren etwas aufgeregt, denn es ging mit dem Bus nach Tortuguero. Für uns ist das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch ziemlich neu.
Das Abenteuer beginnt, es geht ins wunderschöne Tortuguero
Wir gingen per Fuß morgens an die Bushaltestelle und fuhren nach San José, das klappte ohne Probleme und wir hatten einen freundlichen Busfahrer, der uns den richtigen Bus zeigte. In San José angekommen, ging alles ziemlich schnell. Wir mussten den Busbahnhof wechseln und das fanden wir überhaupt nicht einfach und wir gerieten etwas unter Zeitdruck. Nachdem wir endlich die richtige Haltestelle gefunden hatten, waren wir eigentlich zu spät, der Bus wollte abfahren. Hier erhielten wir auch wieder freundliche Hilfe von einem Paar aus Amsterdam, welches gut Spanisch konnte und so mit dem Busfahrer kommunizierte. Schließlich holten wir schnell unserer Bustickets und der Busfahrer wartete auf uns und wir konnten mit dem Bus Richtung Carari fahren.
Dort mussten wir wieder umsteigen und den Bus Richtung La Pavona nehmen. Dies ging unfassbar schnell, denn der Bus stand schon da.
Von La Pavona ging es dann letztlich mit dem Boot nach Tortuguero. Die Fahrt mit dem Boot dauerte knapp zwei Stunden. Wie wir später erfuhren, solltet ihr hier darauf achten, welches Boot ihr nehmt. Am besten du buchst das Boot direkt an der Ablegestelle, denn es gibt alte Boote und neue, die neuen sind deutlich komfortabler und schneller. Wir merkten aber auch, dass uns die Zeitverschiebung einholte und wurden ziemlich müde.
Als wir endlich in unserem Hostel angekommen waren, passierte nicht mehr viel, außer ausruhen und schlafen.
Eine Kanutour auf den Flüssen und Kanälen im Nationalpark Tortuguero.
Einen besseren Beginn auf dieser wunderschönen Insel konnte wir nicht haben und so langsam kamen wir ins hier und jetzt. So konnten und von der anstrengenden Reise lösen und einfach genießen.
Nachdem wir am Morgen bereits eine kleine Wanderung durch den Nationalpark gemacht haben, ging es am Mittag mit dem Kanu hinaus auf den Fluss und in die kleinen Kanäle. Wir haben uns eine Tour gebucht. Unser Guide Ernesto bevorzugt es mit dem Kanu hinauszufahren, da er dort auch kleinere Kanal-Arme befahren darf, was Motorbooten nicht gestattet ist. Ebenfalls ist der Vorteil einer solch kleinen Kanu Tour, dass ihr die Geräusche und die Natur um euch viel mehr wahrnehmen könnt. Das war wirklich ein magischer Moment, Dschungel und absolute Ruhe.
Ernesto macht bereits seit über 20 Jahren Touren auf dem Fluss mit Touristen. Er ist in Tortuguero aufgewachsen und kennt sich daher hervorragend aus. Wir waren allein mit ihm auf seinem Kanu. Er bevorzugt kleine Gruppen bis max. 7 Leute. Das war richtig klasse, denn wir haben auch viele Boote mit Motor und bestimmt 15 Personen auf dem Boot gesehen.
Wir bekamen vor der Tour erst mal ein leckeres Stück Wassermelone und dann ging es auch schon los. Wir können es gar nicht in Worte fassen, was wir dort erlebt haben. Die Natur, das saftige Grün, die Geräusche und die unfassbaren tollen Tiere. Kaimane, Schildkröten, Vögel aller Arten, Affen und Leguane sehen. Teilweise zum Greifen nah. Das löste einen unheimlichen Respekt aus, dennoch war es unheimlich faszinierend. Ernesto hat großen Respekt vor den Tieren und ist den Tieren stets respektvoll gegenüber. Dadurch, dass wir mit dem Kanu gefahren sind, haben wir die Tiere nicht verscheucht. Denn z. B. die Kaimane, merken Vibration von den Motorbooten. Falls ihr in Tortuguero seit solltet, ihr diese Tour unbedingt machen!
Ernesto hat ein kleines grünes Haus auf der „Hauptstraße“ welches rechts vom Boothafen liegt. Die Tour kostet 20 Dollar zuzüglich 15 Dollar für das Ticket des Nationalparks, welches ihr hier kaufen könnt. Natürlich könnt ihr das Ticket anschließend noch verwenden und den Nationalpark auf eigene Faust erkunden. Wir können gar nicht in Worte fassen, wie geflasht wir nach der Tour waren und was für eine tolle Erfahrung wir gemacht haben.
Tortuguero, ein kleines Örtchen mit viel Charme
Tortuguero ist ein kleines Örtchen und hat eigentlich alles, was Touristen so benötigen außer einem Bankautomaten. 😃
Hier findest du mehrere kleine Supermärkte, kleine Souvenirläden, Bars und Cafés. Das Örtchen ist eher touristisch geprägt.
Tortuguero bedeutet übersetzt „Platz, an dem Schildkröten ankommen“. Von Juli bis Ende September kannst du die Eiablage beobachten und von September bis in den November das Schlüpfen. Es handelt sich dabei um die grüne Meeresschildkröte, die etwa 80 cm lang und 120 KG schwer werden kann. Tierschutz wird in Tortuguero geschätzt, deshalb ist das Beobachten nur mit geführten Touren möglich, soweit ich informiert bin. Die grüne Meeresschildkröte zählt zu den gefährdeten Arten, weshalb es die Hauptattraktion des Jahres auf der Insel ist.
Wir schlenderten gerne durch die kleinen Gassen und ließen uns treiben.
Insgesamt hatten wir 3 Tage dort verbracht, was unserer Meinung nach ausreicht. Wer allerdings die Seele baumeln lassen will, wird sicher auch mit ein paar mehr Tagen genau richtig liegen.
Wir waren im Hostel Aracari Garden Hostel. Wir haben uns sehr wohlgefühlt, die offene Küche umgeben von Palmen ist eine kleine Wohl fühl Oase. Einmal über den Sportplatz und du bist am Meer. Dort waren wir morgens Joggen gewesen, was unfassbar schön war. Dort bitte nicht baden, denn es gibt Haie.
Unser Zimmer war recht klein, es passten gerade so unsere zwei Backpacks auf den Boden, aber das war kein Problem, den wir hielten uns mehr im Außenbereich auf, der zum Verweilen einlädt und sind nur zum Schlafen dort gewesen. Das Zimmer war relativ sauber, natürlich nicht mit Deutschen Verhältnissen zu vergleichen.
In dem Gemeinschaftsbereich herrschte eine tolle Stimmung, die ein oder andere Bekanntschaft kannst du dort auf jeden Fall machen. Es tummeln sich Leute aus aller Welt. Was aber doch auffällt ist, dass dort sehr viele Deutsche sind. Ein bisschen Heimat ist also zu spüren gewesen.